Was ist Laminat?

Laminat erfreut sich einer großen Beliebtheit. Es gehört zu den meist gekauften Bodenbelägen überhaupt. Und das hat mehrere Gründe.

Laminat gehört in der Anschaffung zu den günstigeren Bodenbelägen und kann mit seiner hohen Qualität sowie Langlebigkeit überzeugen. Durch seine besondere Beschichtung überzeugt es mit langer Lebensdauer und hoher Belastbarkeit.

Doch was ist Laminat überhaupt? Welche Vorteile und Nachteile hat dieser Bodenbelag?

Definition von Laminatboden

Laminatboden, häufig kurz auch als „Laminat“ bezeichnet, ist ein in Schichten aufgebauter Fußbodenbelag. In seiner klassischen Ausführung imitiert Laminat die Optik von hochwertigen und teuren Bodenbelägen wie Parkett. Anstatt aus Echt- oder Massivholz sind die einzelnen Laminat-Paneele jedoch aus mehreren Schichten aufgebaut. Dazu aber später mehr.

Geschichte des Laminatbodens

Der Begriff Laminat sowie seine Nutzung ist schon sehr alt. Bereits seit 1920 gibt es Laminatstoffe als Fensterbretter, Arbeitsplatten oder Wandpaneele. Der erste Laminatboden wurde 1977 in Schweden entwickelt. Er kam jedoch erst 1980 mit dem Hochdrucklaminat auf den Markt.

Der neuartige Bodenbelag verbreitete sich schnell auch in anderen Ländern. Anfangs wurde es jedoch nur als Holzimitation eingesetzt und generell verleimt. Dadurch wirkte es künstlich und war nicht von hoher Qualität.

Seit Ende der 1980er Jahre wurden aufgrund von permanenter Weiterentwicklung deutliche Fortschritte in der Qualität erzielt. Seit 1996 kann jeder Heimwerker mithilfe von Clickverbindungen selber legen. Dies vereinfacht nicht nur das Verlegen, sondern ermöglicht einen müelosen und zerstörungsfreien Abbau des Bodens. Seit 2008 kann die Optik von Laminatböden durch strukturierte Oberflächen noch naturgetreuer abgebildet werden.

Heute findet man den passenden Laminatboden für jede Lebenslage. Laminat wird im privaten Haushalt genauso eingesetzt wie in öffentlichen Gebäuden. Es gibt ihn als rustikalen Holzboden, in Fliesenoptik und sogar bunt in allen Farben und Mustern. Grenzen gibt es nur durch die Fantasie der Designer – alles, was auf Bilder gedruckt werden kann, kann auch auf Laminat gedruckt werden.

Aufbau des Laminatbodens

Laminat hat einen ähnlichen Aufbau wie Mehrschichtparkett. Nur ist die oberste Nutzschicht nicht aus Holz, sondern auch Kunststoff. Im Allgemeinen umfasst der Aufbau vom Laminat drei Schichten:

  1. Die unterste Lage des Laminats ist eine imprägnierte Schicht, die auf der Unterseite der Trägerplatte zur Erhöhung der Formstabilität und zur Feuchtigkeitsabsperrung dient. Hin und wieder ist hier ein zusätzlicher Trittschallschutz angebracht.
  2. Die dicke, mittlere Schicht ist die Trägerplatte. Sie besteht aus einer Platte verdichteter Holzfasern (MDF- oder HDF-Platte).
  3. Das Dekorpapier, liegt über der Holzfaserplatte und gibt dem Laminatboden seinen individuellen Look. Je nach Produktionsverfahren kann diese Schicht aus mehreren Lagen bestehen. Die Schicht besteht aus einer speziell verharzten Zellulose und macht den Boden strapazierfähig und optisch attraktiv. Außerdem macht sie das Laminat gleichzeitig so wunderbar pflegeleicht.

Bei der Oberfläche offenbaren sich die Unterschiede zwischen minderwertigen Laminatböden und dem hochwertigen Laminat.

Reinigung und Pflege von Laminatböden

Der wichtigste Grundsatz ist, das Laminat zu schonen. Die Oberflächengestaltung erfolgt durch eine bedruckte Papierschicht. Wird diese beschädigt, ist nur in seltenen Fällen eine nicht mehr sichtbare Reparatur möglich. Deshalb ist es wichtig, Beschädigungen zu vermeiden.

Aus diesem Grund gilt es unnötige Belastungen wie harte Schuhsohlen oder verunreinigte Schuhe zu vermeiden. Bei Möbel ist die generelle Verwendung von Filzgleitern sehr ratsam, um Beschädigungen, wie Kratzer, zu vermeiden.

Werden weiterhin bereits bei der täglichen Nutzung wichtige Grundregeln beachtet, sind keine großen Pflegearbeiten notwendig. Die Grundlage ist regelmäßiges Fegen oder Saugen. Dabei ist der Staubsauger zu bevorzugen, da dieser den Staub nicht aufwirbelt. Weist das Laminat keine Flecken auf, kann auf eine feuchte Reinigung verzichtet werden. Das ist in den meisten Fällen absolut ausreichend.

Lässt sich eine Nassreinigung nicht vermeiden, reicht es mit klarem Wasser nebelfeucht zu wischen. Auch milde Haushaltsmittel, wie Neutralseife, Shampoo oder Weichspüler, können dem Wischwasser im geringem Maß zugefügt werden. Wird dem Wischwasser mehr Reinigungsmittel als nötig zugesetzt, sind oft Schlieren das Ergebnis und der Boden muss aufwendig poliert werden. Auch bei hartnäckigen Verschmutzungen darf nie zu scharfen Reinigungs- oder gar Scheuermitteln gegriffen werden. Diese beschädigen die Oberfläche und Nässe kann in das Laminat eindringen.

Für welche Räume eignet sich Laminat?

Laminat eignet sich, aufgrund seiner geringen Aufbauhöhe, besonders zum Renovieren und Modernisieren verschiedener Wohnräume und lässt sich kinderleicht schwimmend auf fast jedem Untergrund verlegen.

Verschiedene Qualitäten, die in Nutzungs- und Abriebsklassen unterteilt werden, ermöglichen den Einsatz von Laminat in fast jedem Raum. Welche Nutzungsklasse für Sie die beste Wahl ist, lesen Sie in dem Artikel: “ X X X „.

Sogar für Feuchträume steht mittlerweile ebenfalls Laminat zur Verfügung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Laminat, das sich verziehen kann, sind auch Nut und Feder der Paneele als Quellschutz imprägniert. Damit kann Feuchtigkeit nicht so leicht eindringen. Immer gilt: Kleine Macken und Kratzer im Laminat lassen sich einfach reparieren. Wenn der Bodenbelag jedoch durch einen Wasserschaden stellenweise aufgequollen ist, bleibt nur der Austausch.

Und auch bei dem Verlegen von Laminat auf Fußbodenheizungen gibt es neue Erkenntnisse. Lange galt Laminat wegen seiner guten Dämmung als ungeeignet, doch heutzutage lässt sich beides kombinieren. Laminate, die für Fußbodenheizungen geeignet sind, sind speziell gekennzeichnet und verfügen über einen besonders niedrigen Wärmedurchlasswiderstand.

Was sagt die Stärke über die Qualität des Laminats aus?

Generell gilt die Regel: Je dicker, desto besser ist die Qualität des Laminats. Dickeres Laminat hat ein besseres Quell- und Schwindverhalten und garantiert größere Profilstabilität. Preiswertes Laminat gibt es schon in einer Stärke von sechs Millimetern. Dieser flache Aufbau ist für Räume, die kaum genutzt werden, ausreichend, aber für normale Beanspruchung nicht ausgelegt. Auch schwächelt hier die Verbindung: Die Feder ist dünner und damit labiler. Für den normalen Hausgebrauch eignen sich in der Regel sieben Millimeter dicke Paneele.

Was sind die offensichtlichsten Nachteile von Laminat?

  • Ohne Fußbodenheizung ist Laminat sehr fußkalt, weil er Wärme schlecht dämmt.
  • Schritte klacken laut: Laminatböden ohne integrierte Dämmung brauchen eine Trittschall-Unterlage.
  • Er kann nicht renoviert werden – kleine Macken lassen sich zwar kaschieren, aber nicht herausschleifen, da das Trägermaterial sonst zum Vorschein kommt. Er lädt sich elektrostatisch auf.

Trittschalldämmung empfehlenswert

Zur Geräuschreduzierung wird häufig die Verlegung einer Trittschalldämmung unter dem Laminatboden empfohlen. Weniger empfehlenswert ist hingegen die Verlegung über Teppichboden: Es wird zwar eine gute Geräuschdämmung erzielt, aber mit der Hygiene ist es dann nicht immer zum Besten bestellt, die Gewährleistung der Hersteller im Falle eines nachträglichen Schadens ist zumindest fraglich.

Was sind die wichtigsten Vorteile von Laminat?

  • Ein großer Vorteil von Laminat ist, dass es kaum isoliert und so perfekt über eine Fußbodenheizung passt, da die Wärme passieren kann.
  •  Laminatböden lassen sich schnell und einfach schwimmend verlegen.
  • Außerdem ist Laminat sehr strapazierfähig und pflegeleicht – es genügt, den Boden regelmäßig zu wischen oder zu saugen und ab und zu feucht zu wischen.
  • Ein weiterer Vorteil von Laminat liegt in der großen Auswahl an Dekoren und den verschiedenen Preisklassen.

Vorteile von Laminat: Wärmedurchlässigkeit

Besonders von Vorteil ist Laminat, wenn Sie eine Fußbodenheizung haben. Bleibt die Heizung aber aus, können die Füße schon mal frieren. Grund: Im Gegensatz zu Holzböden leitet Laminat Wärme oder Kälte besonders gut. Ist der Boden unter den Paneelen kühl, fühlen sie sich auch kalt an. Wird darunter geheizt, reagiert Laminat schnell und wärmt sich auf. Wer es gern fußwarm hat, aber keine Fußbodenheizung einbauen will, investiert wohl eher in einen Holzfußboden wie Parkett.

Vorteile von Laminat: Einfache Verlegung

Ein Vorteil von Laminat ist die einfache Verlegung – fast alle Laminatböden lassen sich mit Klick-Systemen verbinden: Ihre Kanten sind speziell gefräst, Nut und Feder werden meist schräg aneinander gelegt und rasten beim Herunterdrücken des neu angefügten Elements ein. Leim ist dafür nicht mehr nötig. Viele Hersteller werben damit, dass man ihre Böden beim Umzug abbauen und mitnehmen kann. Stiftung Warentest hält die meisten Verbindungssysteme für nicht stabil genug: Die Klicksysteme leiern langfristig aus. Also: Nicht allzu oft umziehen!

Weiter ist es von Vorteil, beim Kauf von Klick-Laminat auf ein patentiertes Klick-System zu achten. Hier können Sie sicher sein, dass Sie den Boden gut verlegt bekommen und sich nicht über Probleme ärgern müssen, welche bei Laminat mit weniger Qualität öfters auftreten. Anonyme Anbieter im Billig-Laminat-Sektor haben nicht immer die nötigen Kenntnisse, um gutes Klick-Laminat herzustellen, oder aber die Qualität des Laminats leidet unter der aggressiven Preispolitik. Die besten beziehungsweise stabilsten Klick-Systeme besitzen eine hochverdichtete Faserplatte als Trägermaterial.

Mehr Design mit Laminatböden

Wer keinen Gefallen an Holzoptik oder bunten Farben findet, aber dennoch seinen eigenen Stil möchte, findet inzwischen viele ausgefallene und individuelle Muster und Gestaltungen.

Ob Holz, Fliesen, Marmor, Granit, bunt, bedruckte Holzbretter oder sogar Jeans-Optik, am Ende entscheidet nicht mehr der ausgefallene Wunsch, sondern nur der Preis. Wer gewillt ist in seinen Traum zu finanzieren, kann sich inzwischen fast jeden Wunsch erfüllen.

Der Kunstboden wird zur „Fototapete für den Boden“. Mit farbigen Akzenten können einzelne Räume durch den Laminatboden unterschiedlich strukturiert werden. Wird Laminatboden in der richtigen Farbe eingesetzt, kann sogar eine optische Vergrößerung oder Streckung des Raumes erzielt werden. Weitere Vorteile: Neben der Robustheit des Materials ist Laminatboden pflegeleicht und lässt sich auch vom weniger geübten Heimwerker leicht selbst verlegen.

Laminat mit Struktur

Inzwischen prägen Beschichtungstechniker auch Strukturen in die Laminat-Paneele, beispielsweise eine Holzmaserung oder Steinstrukturen. Sie verstärkt den Eindruck, der Boden sei aus einem natürlichen Material – obwohl die obere Schicht aus Kunststoff besteht. Besonders Barfußgeher werden solche Effekte zu schätzen wissen.

V-Fuge im Laminatboden

Ein Aufdruck in zumeist hellere Farbe an den Stößen gibt den Paneele eine gute Dielenoptik. Fachleute sprechen hier von optischer V-Fuge. Andere Hersteller versehen ihre Laminatböden mit echten Einschnitten an den Rändern des Paneels. Bei der Verlegung entstehen dadurch Fugen und der Dieleneffekt wirkt sehr realistisch.

Scroll Up
Kontakt
close slider

WhatsApp chat