Farbpsychologie – nicht jede Farbe passt in jedes Zimmer

Haben Sie auch überall weiße Wände? Wollen Sie sich von der Masse abheben? Möchten Sie Ihren Räumen mehr Farbe und somit mehr Leben geben? Wissen Sie mit welchen Farben Sie welche Emotionen erzeugen? Die Wandfarbe entscheidet darüber, ob sich die Betrachter eher entspannt, angeregt oder produktiv fühlen. Die Farbe eines Raumes beeinflusst maßgeblich seine Ausstrahlung.

Das Problem beim Gestalten von Wohn- und Arbeitsräumen ist nicht nur der geschickte Umgang mit Pinsel und Roller, sondern vor allem die Auswahl des richtigen Farbtons. Sie haben möglicherweise schon einmal gehört, dass rot eine aktivierende Farbe ist, gelb für gute Laune sorgt oder blau eine beruhigende Wirkung erzielt. Diese unterschiedlichen Grundstimmungen verdeutlichen bereits, dass nicht jede Farbe mit ihrer Wirkung in jedes Zimmer passt. Manche Farben sollten außerdem besser nur sehr sparsam zum Einsatz kommen.Die Autorin und Farbgestalterin Isabelle Wolf sagt: „In der Farbwahrnehmung gibt es keine großen individuellen Unterschiede“. Niemand empfinde beispielsweise Rot als kalt. „Das ist so etwas wie eine Urprägung. Allerdings können in diese Wahrnehmung immer auch persönliche Erfahrungen und Assoziationen reinspielen“, erklärt Wolf weiter.

Wie wird eine Wohnung wohnlich?

Damit ein Raum wohnlich wird, ist es wichtig, dass er persönlichen Bezug hat. Meist geschieht das mit persönlichen Dingen und mit einer individuellen Gestaltung. So entsteht eine emotionale Beziehung zu dem Raum.

Mehrfarbige Räume entfalten anregende Wirkung

Der Designer und Professor für Farbgestaltung Axel Venn hält weiße Räume für lebensfeindlich. Er fordert daher, dass Wohnräume farblich nicht monothematisch gestaltet werden sollten. Er erklärt: „Ideal ist eine Mischung aus Beruhigung und Anregung“.Welche Farben gut zu welchem Raum passen, hängt unter anderem von der Raumnutzung ab. Der Wohnpsychologe und Coach Uwe Linke empfiehlt ein klares Konzept für Räume und Wohnungen. Er erklärt: „Außer dem Stil der Möbel ist der gekonnte Einsatz von Farben ein starkes und beeindruckes Ausdrucksmittel im Raum“. Inspirationen dazu, welche Farben gut zu Ihnen passen, finden Sie in unseren Blog-Beiträgen zu dem Modell der Wohntypen nach Uwe Linke sowie Feng Shui.

Die psychologische Wirkung von Farben

Farben haben ein unterschiedliches Gewicht und eine unterschiedliche Wirkung. Daher ist es ratsam eine verschiedene Gewichtung vorzunehmen. Helle Pastelltöne bergen wenig Gewicht in sich und können stärker betont werden. Kräftig-bunte und dunkele Farben wirken besonders massiv und sollten mit Bedacht eingesetzt werden. Linke rät, möglichst nicht mehr als drei Farben einzusetzen, weil der Raum sonst unruhig wirke.Man unterscheidet zwischen der physiologisch messbaren, den in einer Kultur zugeordneten (z.B. Weiss als Farbe der Trauer im Osten), den individuellen Wirkungen von Farben sowie den Einflüssen auf den Geschmack durch Mode und Trends. Die Aussagen des Feng Shui bezüglich der Wirkung von Farbe decken sich mit Beobachtungen zu Farbwirkungen vieler anderer Farblehren.

Die Faktoren gelungener Raumgestaltung: Aufenthaltsdauer, Nutzergruppe und Verwendungszweck

Die Entwicklung eines Innenraum-Farbkonzeptes hängt von verschiedenen Faktor ab, beispielsweise von Nutzergruppe, für die der Raum bestimmt ist, sowie von dessen Verwendungszweck beziehungsweise der daraus resultierenden Aufenthaltsdauer im Raum.

Nutzergruppe

Eine wichtige Regel bei der Betrachtung der Nutzergruppe ist: je jünger die Gruppe, desto dezenter die Kontraste. Zu bunte und aufdringliche Farben führen schnell zu einer Reizüberflutung, die Kinder kommen nicht zur Ruhe und sind aufgedreht. Sehr kleine Kinder benötigen einen Raum, der ihnen Geborgenheit und Ruhe vermittelt. Deshalb sind pastellige Töne und Farben mit sehr hohem Weißanteil besonders für Kleinkinderzimmer geeignet. Für ältere Kleinkinder kommen dagegen auch etwas kräftigere Kontraste infrage. Einige zusätzliche und gut durchdachte Farbakzente im Raum laden die Kleinen gezielt zum Entdecken ein.

Verwendungszweck und Aufenthaltsdauer

Ebenso ist es wichtig, dass bei der Planung des Farbkonzepts die Funktion berücksichtigt wird, die ein Raum später erfüllen soll. Farben sind in der Lage, beispielsweise das Lernverhalten positiv zu beeinflussen, aktive Bewegung zu fördern und den Appetit anzuregen. Mit der Raumfunktion eng verbunden ist die Aufenthaltsdauer. Sie ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium, das es bei der Raumplanung zu beachten gilt. Räume in denen sich beispielsweise Kinder beinahe den ganzen Tag aufhalten, sollten unbedingt in zurückhaltenden, hellen Farben gehalten sein. Deutlich intensiver kann dagegen die Farbgebung von Räumen mit einer kurzen Verweildauer (beispielsweise Flure oder Garderoben) ausfallen. Kräftige Farben sind spannend und aufregend, führen wegen des kurzen Aufenthalts im Raum aber nicht zu einer Reizüberflutung.

Farbpsychologie in der Raumgestaltung

Bei der Gestaltung von Räumen kann zwischen verschiedenen Farbstimmungen gewählt werden. Warme Farbtöne vermitteln Geborgenheit und Sicherheit, haben aber auch eine anregende Wirkung. Erdige Brauntöne sind Symbol für Solidität und strahlen ein Gefühl der Sicherheit aus. Mit einem freundlichen Orange kombiniert verlieren sie sogar ihr konservatives Image und gewinnen dafür an Vitalität. Orange- und Gelbtöne schaffen gute Laune, regen den Geist an und fördern die Kreativität. Hellgrüne Elemente symbolisieren ähnlich wie Braun Geborgenheit und Sicherheit, verbinden das Frische und Lebhaftigkeit. Dunkle Grüntöne wirken dagegen entspannend, ausgleichend und regenierend. Blautöne haben eine pulssenkende Wirkung und strahlen Sicherheit sowie Behaglichkeit aus. Eine Kombination aus Weiß, Blau sowie hellem Grau beziehungsweise Silber wirkt konzentrationsfördernd. Frische Gelb-, Grün- sowie Orangetöne fördern die Konzentration, aber auch die Leistungsbereitschaft der Kinder im Raum. Gelb wirkt zudem dynamisch sowie kommunikationsfördernd und steht symbolisch für Logik und Weisheit. Allgemein schaffen kühle Farben eine friedliche, beruhigende und konzentrationsfördernde Atmosphäre. Das menschliche Gehirn ist nicht für eine zu große Anzahl von Reizen ausgelegt. Daher führen zu viele Farben zu einer Reizüberflutung.

Fazit

Die Wahl eines richtigen Farbschemas ist immer verwirrend, weil es nicht nur darum geht, wie Farbe aussieht / aussieht, sondern auch, wie Farbe Ihnen das Gefühl geben kann. Nachdem Sie gut über verschiedene Farben und deren Gefühl wissen, wählen Sie das Farbschema Ihres Hauses entsprechend aus.

Jede Farbe hat eine andere stimulierende Wirkung auf die menschliche Psyche. Es ist wichtig zu erkennen, wie die Farben auf den jeweiligen Betrachter wirken. Jede Farbe bringt eine eigene Schwingung mit sich und es wurde bewiesen, dass wir Farben nicht nur mit den Augen, sondern auch mit der Haut wahrnehmen. Farben können eine beruhigende, anregende, entspannende oder aufmunternde Wirkung haben. Überlegen Sie sich, welche Atmosphäre Sie in Ihren Wohn- beziehungsweise Arbeitsräumen schaffen wollen, wir beraten Sie gerne bei der Farbauswahl und den Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei der Farbwahl ist es wie mit Möbeln auch: zu viel kann einen Raum überfrachten. Setzen Sie sie lieber Akzente – vor allem die knalligen Farben sollten sparsam eingesetzt werden. Streichen Sie erstmal nur einzelne Wände oder Bereiche. Auch sollte die Farbe zu den Möbeln passen – vor allem, wenn die Wahl auf eine dominante Farbe gefallen ist. Eine Veränderung in der Einrichtung geht manchmal auch mit einer nötigen Veränderung der Wandfarbe einher. Wo werden Chaos und konträre Stimmungen vermieden.Am Ende aber gilt: Eine Farbe kann noch so gut in einen Raum passen – wenn Sie sich nicht wohl fühlen, dann wird das auch auf das Raumklima übertragen.

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